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BUND-Kreisgruppe Essen

Handlungsperspektiven für den Essener Wald in Zeiten der Erderwärmung

27. September 2019

Aktuelles Positionspapier des Bundesamts für Naturschutz

Wald erfüllt wie selbstverständlich viele Funktionen: Erholung, Lebensraum, Holzlieferant und „Ort von Ökosystemleistungen“, sprich Artenvielfalt, Klima-, Boden- und Wasserschutz. Durch die klimabedingte extreme Trockenheit der Jahre 2018 / 2019 geschwächt, gehen seitdem aber bedrohlich viele Bäume zugrunde.

Die Lage wird auch unter Expert*innen als dramatisch bezeichnet. „Borkenkäferplage“ und „Eschentriebsterben“ sind einige der Stichworte. 110.000 Hektar sind bereits in Deutschland abgestorben bilanziert das Bundesamt für Naturschutz in seiner aktuellen Publikation „Wälder im Klimawandel“ (pdf) und beschreibt die aktuelle Lage als das viertgrößte Schadereignis in der deutschen Forstwirtschaft der vergangenen dreißig Jahre (s. Bauhus 2019) .

Nicht nur die BUND-Waldgruppe tritt für ein Umdenken ein. Auch das BfN fordert eine grundsätzliche Neuorientierung: Die aktuelle Situation muss jedoch unabhängig davon auch zum Anlass genommen werden, erkannte spezifisch forstwirtschaftliche Fehlentwicklungen zu korrigieren und die waldbaulichen Managementkonzepte, Steuerungsinstrumente und Planungsansätze so weiterzuentwickeln bzw. konsequent umzusetzen, dass unsere Wälder langfristig in die Lage versetzt werden, sich an die Bedingungen des Klimawandels anzupassen.“

Wer die fachliche Diskussion verfolgt, stellt fest, dass sich auch Expert*innen nicht einig sind: Einsatz von Pestiziden gegen die baumspezifischen Fraßgesellschaften? Pflanzen von exotischen Baumarten mit vielleicht widerstandsfähigeren Eigenschaften? Soll das viele käferbelastete Totholz im Wald verbleiben oder mit hohen Kosten entfernt werden?

Die Kernforderung des BfN ist die Entwicklung zu mehr Vielfältigkeit (Diversität und Diversifikation von Wäldern). Diese wären: Artenzusammensetzung, Strukturreichtum, Standortausprägungen, Funktionsvielfalt, Vielfalt der Bewirtschaftungsverfahren.

In Essen wird das Thema „Bäume“ und „Wald“ seit langem emotional und kontrovers diskutiert. Als Beitrag zur Diskussion um den Essener Stadtwald und darüber hinaus kann das Positionspapier des BfN ein guter Ratgeber sein:

(Wälder im Klimawandel: Steigerung von Anpassungsfähigkeit und Resilienz durch mehr Vielfalt und Heterogenität)

 

Martin Kaiser

(Redaktionelle Beiträge müssen nicht zwingend die Meinung / die Sichtweise der Redaktion oder der gesamten Kreisgruppe widerspiegeln)

 

--> Bitte beachten Sie zum Thema auch unsere Stellungnahme zur Forsteinrichtung in Essen und die beiden Videos zum Thema Wald

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