Der BUND spinnt – die besondere Exkursion

Am 20.06.2026 um 14 Uhr nimmt uns Stephan Lauterbach auf die erste Essener Spinnen-Exkursion der besonderen Art mit.

Im Interview unten mit Stephan Lauterbach können Sie sich in das Thema Spinnen einlesen.
 

Interview Stephan Lauterbach

Stephan, du bist Spinnenexperte. Dein Expertentum drückt sich durch große Begeisterung aus. Wann denkst du das erste Mal morgens an Spinnen?

Das kommt etwas auf das Tagesprogramm an. Wenn eine Exkursion geplant ist ggfs. schon nach dem Klingeln des Weckers. Ansonsten spätestens nach dem Frühstück beim zweiten Kaffee: E-Mail und WhatsApp checken; irgendwas mit Spinnen ist immer dabei. Manchmal sitze ich mit dem zweiten Kaffee auch schon am Mikroskop. Manchmal noch/schon um 2 Uhr morgens 😉.

Wie bist du zu(m) Spinnen gekommen?

Ich fand Spinnen früher eklig. Das hat mir genervt und ich habe mich absichtlich mit ihnen befasst um den Ekel abzubauen. Dann folgte eine Faszination trotz Ekel. Ähnlich dem Grund warum Leute Horrorfilme gucken vielleicht … . Und dann konnte ich nicht mehr aufhören, weil es plötzlich normal und spannend war, sich mit Spinnen zu beschäftigen.

Die beste Frage, die du bei Vorträgen stellst?

Wie viele der etwa 1.000 einheimischen Spinnen sind giftig?

Und die Antwort?

Etwa 1.000. Nur drei Arten aus zwei Gattungen sind ungiftig.

Ein verbreitetes Missverständnis. Wie steht es um die Gefährdung von Spinnen?

Es gibt leider keine „Krefelder Studie“ zu den Spinnen. Man kann diesbezüglich also nur Vermutungen anstellen. Es gibt nur lokale Studien und die auch nur über geringere Zeiträume als die Studie zum (Flug-)Insektensterben. Diese zeigen jedoch ebenfalls einen massiven Rückgang der Anzahl von Spinnen in den untersuchten Lebensräumen. Insekten sind die Grundnahrungsquelle für die allermeisten Spinnenarten. Weniger Insekten führen zur Beuteknappheit und zu einer geringeren Anzahl an Spinnen. Darüber hinaus wirken dieselben Stressoren auf die Spinnen wie auch auf Insekten: Lebensraumschwund, Pestizideintrag, Klimawandel etc.. Aufgrund fehlender Beliebtheit und Popularität von Spinnen gibt es nur wenige Bearbeiter. Vermutlich gibt es deshalb auch weniger geschützte Arten als es gefährdete Arten gibt.

Und was können wir konkret tun, um Spinnen zu helfen?

Begeisterung für diese Tiergruppe teilen! Popularität seltener Spinnenarten erhöhen, Hürden wie „Ekel“ abbauen. Das „Naturgucken“ muss zum „Volkssport“ werden, um der Entfremdung des Menschen von der Natur entgegenzuwirken. Das kommt dann letztlich allen Arten zugute. Je mehr Interesse an einer Sache besteht, je „gesellschaftstauglicher“ sie also ist, desto mehr kann sie im Dialog auch von Fachleuten oder der Politik auftauchen und Berücksichtigung finden.

Im Sommer macht der BUND eine Spinnen-Exkursion mit Dir. Was erwartet die Teilnehmer*innen?

Hoffentlich gutes Wetter mit vielen aktiven Spinnen. Wahrscheinlich aber: mehrere Dutzend Spinnenarten, von denen die meisten nie gehört haben, unerwartete Begegnungen und ein neues Erleben der Natur! 😉.

Warum im Deilbachtal?

Die Gewässerlebewesen haben mich schon oft dorthin gelockt. Jetzt will ich wissen, wie es dort mit Spinnen aussieht. Es gibt ein paar vielversprechende Lebensräume dort und mit dem „Gebirgsbachpiraten“ Piratula knorri, einer Wolfsspinnenart, bereits eine Gebirgsart mit der ich in Essen nicht gerechnet hatte. Wer weiß was es noch zu entdecken gibt … .

 

Wir freuen uns auf Dich im Juni.

 

Einiges von Stephan Lauterbach im Netz

FASZINATION AUF ACHT BEINEN - Eine Einführung in die Welt der Spinnen

Vier Dekaden Weberknechtforschung (etwas Wissenschaftliches)

Infos aus der Spinnenexkursion Essen 24.8.14

 

Und einige Spinnen-Seiten

ARACHNOLOGISCHE GESELLSCHAFT

Atlas der Spinnentiere Europas

SPINNE DES JAHRES“ (Übersicht von 2000 bis heute)

Zur Übersicht

Termindetails

Startdatum:

20. Juni 2026

Enddatum:

20. Juni 2026

Uhrzeit:

Beginn: 14 Uhr

Ort:

Voßnacker Weg 76 (Zugang zur ehem. Ziegelei, Beginn Radweg Deilbachtal)

Bundesland:

Nordrhein-Westfalen