Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der hier beschriebenen Verwendung von Cookies durch den BUND einverstanden. An dieser Stelle können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen bzw. eine erteilte Einwilligung widerrufen. Der Einsatz von Cookies erfolgt, um Ihre Nutzung unserer Webseiten zu analysieren und unser Angebot zu personalisieren.

BUND-Kreisgruppe Essen

Karten, Luftbilder und mehr von gestern und heute

Internetadresse: https://geo.essen.de/historisch

Anbieter: Stadt Essen gemeinsam mit dem Historischen Verein Essen.

Inhalte

Luftbilder, Stadtpläne, Grundkarten und Schrägluftbilder zurück bis ins Jahr 1926, verbunden mit einfachen Möglichkeit um Flächengrößen und Längen zu ermitteln. Besonders hervorzuheben ist die Möglichkeit, die Karten stufenlos transparent zu setzen und so langsam eine Karte in die nächste zu überführen. Bei den historischen Stadtplänen gibt es sogar einen „Gleiter“, der es ermöglicht, die Jahre zu wechseln.

Für verkehrspolitisch Engagierte interessant: die Darstellung historischer Bahnstrecken. Für kulturhistorisch Interessierte die Angaben über Zechen, Schächte und Stollen.

Vieles wird ehrenamtlich erarbeitet und ist in Entwicklung begriffen.

Hilfreich für …

… jeden, der sich für die Entwicklung bestimmter Landschaftsräume über jetzt schon mehr als 90 Jahre interessiert. Hilfreich aber auch, um sich bei der Beurteilung von größeren Bauvorhaben ein Bild davon zu machen, welche Entwicklungspotentiale in einer Fläche stecken könnten.

Bewertung

Tolles Instrument für Umweltschützer, Lokalhistoriker ... einfach jeden, der die räumliche Entwicklung in seinem Umfeld anhand von Karten und Luftbildern nachvollziehen will. Die Entwicklung des Portals in den letzten Jahren lässt auf weiter wachsende Inhalte hoffen. Die „geschlossene“ Anwendung ohne Möglichkeiten zur Einbindung anderer Datenquellen beschränkt die Möglichkeiten aber auf das, was die Initiatoren möglich machen (können).

Anleitung zur Nutzung

Ist nicht erforderlich, da die Seite selbsterklärend ist.

Beispielanwendung im Rahmen der Arbeiten des BUND

Wir wollten uns einen Überblick über die kleinen Gewässer verschaffen, die dem Deilbach in Essen zufließen. Einige dabei gewonnene Erkenntnisse gibt es weiter unten nachzulesen.

Anregungen für die weitere Nutzung „im Dienste des Umweltschutzes“

Hier lässt sich die Entwicklung der Landnutzung in den letzten 90 Jahren recherchieren. Die Fragestellungen sind somit ähnlich wie beim Luftbilderdienst des RVR.

  • Intensivierung der Landwirtschaft: Gibt es die auch in Essen? Werden Äcker mehr und Grünland weniger?
  • Waldentwicklung: Wir haben immer mehr Wald! Wirklich?
  • Außenbereichsnutzungen: Wie breiten sich Siedlungsnutzungen sukzessive aus?
  • Reiterhöfe/Reitplätze: Wie hat sich der Flächenanspruch dieser Sportart entwickelt?

Offene Wünsche / Kritik

  • Es gibt leider keine Möglichkeiten, die Karten als sog. WMS(Web Map Service)-Dienst in andere Portale einzuladen und so mit anderen Informationen zu überlagern.
  • Es wäre hilfreich, wenn sich auch die verbreiteten historischen Karten (Preußische Uraufnahme, Preußische Neuaufnahme, Karte von Tranchot, Topografische Karte 1936-1945) einladen ließen – oder noch besser: wenn die Karten des Historischen Portals als „Dienst“ in andere Portale eingeladen werden könnten (s.o.).
  • An den Stadtgrenzen werden die Luftbilder abgedeckt, sind also nicht mehr sichtbar, obwohl vorhanden. Das erscheint wie „praktiziertes Kirchturmdenken“. Gerade für Fragen der Landschaftsentwicklung ist das ärgerlich, muss man doch immer auf die bezüglich der Luftbilder meist schlechteren Angebote der Nachbarkommunen / Nachbarkreise zurückgreifen und zwischen den Portalen wechseln.
  • Es stellt sich die Frage, warum nicht zumindest die vorliegenden Datenquellen der Stadt (Gewässernetz, Landschaftsplan, Flächennutzungsplan etc.) gesondert hinzugeladen werden können. Für Umweltschützer wäre das eine Erleichterung, programmiertechnisch wohl nur ein geringes Problem.
  • Andere Portale bieten die Möglichkeit, den Hintergrund ganz weiß zu stellen und nur die bewusst angeschalteten Layer zu sehen. Gerade bei den Luftbildern und Grundkarten könnte das hilfreich sein.
  • Vor allem bei den Luftbildern ist Geduld erforderlich, bis die Karten erscheinen. Wer die Geschwindigkeit von Google, Bing und Co. gewohnt ist und keinen Hinweis darauf sieht, dass noch Daten geladen werden, wird vielleicht denken, es kommt nichts mehr.
  • Es wird leider nicht angezeigt, wenn für eine bestimmte Fläche keine Informationen vorliegen - hier wird das Warten dann zum irritierenden Ärgernis.

Ein Bach, kein Bach, zwei Bäche? Die Tücken der Kartografie.

Das Schicksal kleiner Bäche in der Kartografie

Der Deilbach ist nicht nur administrativ ein "Theilbach", also ein Grenzbach gewesen. Das Deilbachtal stellt sich auch (grob vereinfacht) als geologische Scheide dar. Südlich ist die geologische Einheit des Karbon „flözleer“ (es gibt also keine abbaubare Steinkohle), nördlich „flözführend“ - Steinkohle tritt hier bis nahe an die Oberfläche heran und konnte daher schon früh und mit sehr einfachen Mitteln abgebaut werden. Das Deilbachtal ist daher eine von vielen „Wiegen des Ruhrbergbaus“ und der nördliche Talhang ein löchriges Gebilde mit zahlreichen Tagebrüchen.

Die Folgen sind gewässerökologisch noch heute auch für Laien gut erkennbar: die nördlich des Deilbaches entspringenden Bäche (u.a. Deile und die Bachläufe „westlich Deile“ und Reulsbergweg) trocknen im Sommer aus - ihr Wasser verschwindet wahrscheinlich aufgrund der früheren bergbaulichen Tätigkeiten bzw. wegen des Abbaus von Ruhrsandstein in zahlreichen Steinbrüchen im Untergrund. Die Bäche im Süden des Deilbaches (z.B. Priehlbach, Eickelbach) führen hingegen ganzjährig Wasser.

Soweit die - menschlich stark veränderte - Natur. Für eine ganz eigene Form von „Wasserschwinde“ sorgt hingegen die Kartografie, wie die nachstehende Folge von Abbildungen (wird nachgereicht) zeigt. Auch aus diesem Grund ist dem historischen Verein und der Stadt Essen dafür zu danken, dass zahlreiche Karten zur Verfügung gestellt werden, die es in ihrer Gesamtheit erst ermöglichen, sich ein vollständiges Bild zu machen.

Ergänzende Anmerkung: Die beiden Bäche sind wegen ihrer geringen Größe übrigens im wasserwirtschaftlichen Informationssystem des Landes (ELWAS) gar nicht verzeichnet. Und die erstaunlichen Wandlungen von Karteninhalten gibt es auch in Nachbarstädten. 

Onlineportale

Inhalte

Stadtplanung in Essen

RVR-Luftbilderportal "Aktuelle und historische Luftbilder aus dem Ruhrgebiet"

Das historische Portal Essen

Fachinformationssystem Gewässer (ELWAS)

Fachinformationssystem Artenschutz (LANUV)  

BUND-Bestellkorb