BUND-Kreisgruppe Essen

AG Wasser mit „Gewässerschau“ an der Berne

02. Februar 2020

Nachbetrachtungen zu unserer 2. Fahrradtour am Sonntag, 24.11.2019

Bei bestem Sonnenschein startete die AG Wasser am 24.11. ihre 2. Gewässerschau.

Auf dem Programm stand die Berne, einer der Hauptabwasserflüsse im Essener Stadtgebiet. Mit dem Rad startete die kleine Gruppe am Regenüberlaufbecken Grillostraße / Ecke Gladbeckerstraße. Andreas Bolle, Mitglied der AG Wasser und auch beruflich in den Gewässerumbau involviert, führte die Tour sachkundig an.

Die imposante Baustelle sah erst einmal nach reinem Kanalbau aus und mancher fragte sich, wo hier die ökologischen Verbesserungen sichtbar werden würden. „Kommt als zweiter Schritt“, war die Antwort. Erst wird die Berne vom Abwasser befreit, das in separaten riesigen Rohren von teilweise mehr als 3 Metern Durchmesser (!) unterirdisch den Fluss begleitet, der dann sauberes nicht-klärpflichtiges Regenwasser enthält. Dann stinkt der Fluss auch nicht mehr und darf da, wo es etwas Platz gibt auch mehr Platz einnehmen. „Und dieses riesige Becken dort im Anschluss an die Baustelle?“ „Das wird das eigentliche Regenüberlaufbecken“, erklärte Andreas Bolle wiederum und lieferte die Funktionsweise direkt mit: Im Becken laufen die Abwässer von 320.000 Essener mit dem Regenwasser zusammen. Dieses „Mischwasser“ wird dort erst einmal „angehalten“. Weil die schweren Schmutzsedimente sich nach unten hin absetzen, können sie gedrosselt in den Abwasserkanal und dort zur Kläranlage fließen. Das oben schwimmende sauberere Wasser darf dann, wenn es einmal zu stark regnet, über eine Schwelle ins Gewässer „schwappen“. Das ist sinnvoll, benötigt es doch in der Summe kleinere Rohre und wird das Wasser zeitversetzt und gleichmäßiger nach einem Regen der Kläranlage zugeführt.

Zwischendurch wurde natürlich auch kräftig geradelt, schließlich wollte eine Strecke von ca. 15 km bis zur Emscher bewältigt werden, die aber hauptsächlich entlang der Gewässer auf Fahrradwegen zurückgelegt wurden. Dabei bekamen die Teilnehmenden vom Fluss aus gesehen völlig neue Ansichten ihrer Stadt zu sehen, immer wieder unterbrochen von kleineren Stopps an interessanten Punkten. Diese waren z. B. der Abstecher zum Stoppenberger Bach, ein weiterer zum Pausmühlenbach, dem Zusammenfluss von Borbecker Mühlenbach und Berne, zum „Düker“ in dem der Fluss unter (!) dem Rhein-Herne-Kanal hindurchfließt und als Abschluss die Einkehr ins Maschinenhaus der ehemaligen Kläranlage und jetzigem Berneparks. Hier gab es dann Speis und Trank und den ersten Hinweis auf die nächste Gewässerschau. Diesmal im Süden der Stadt, am Wolfsbach. (Infos dazu in Kürze).

Ein paar fotografische Eindrücke der Bernetour gibt es hier.

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