Mit finanzieller Unterstützung der Bezirksvertretung 1 eröffnete der BUND Essen zwei weitere Wildbienenstände an exponierter Stelle.
Zur Eröffnung am 18. August kamen Vertreter der BV 1, Bezirksbürgermeister Peter Valerius, Simone Oostland als Ratskandidatin für den Bezirk, Martin Buschmann, Leiter aller städtischen Friedhöfe, Marvin Hombitzer als zuständiger Friedhofsleiter. Sie alle nutzten die Gelegenheit, in den Austausch zu Themen der Biodiversität, Friedhofsentwicklung und Grün- und Erholungsflächen zu gehen.
„Wir haben hier gerne die Mittel zur Verfügung gestellt, um etwas für die Biodiversität im Stadtteil zu tun“, so Bezirksbürgermeister Peter Valerius. Martin Buschman, Leiter aller städtischen Friedhöfe in Essen, ergänzte:
„Friedhöfe sind besonders wertvolle Orte in unserer Stadt, die mit ineinandergreifenden, vielfältigen Funktionen, zu der auch der Artenschutz gehört, einer konzeptionellen In-Wert-Setzung bedürfen. Dass dies mit dem BUND hier auf zwei weiteren Friedhöfen gelungen ist, freut mich“.
„Wir haben in dieser Zusammenarbeit zwei repräsentative Stände auf dem Ostfriedhof bzw. auf dem Frillendorfer Friedhof errichtet“, so Martin Kaiser von der AG Artenschutz des BUND Essen.
Einerseits, weil es dort ein ausbaufähiges Blühangebot als Nahrungsangebot für die kleinen Schützlinge gibt und andererseits weil sich viele Menschen dort beim Besuch über Wildbienen informieren können. „Angst, gestochen zu werden, muss man nicht haben“, so AG-Mitglied Alfred Dübbert. Wildbienen sind meist zu klein, um mit ihrem winzigen Stachel die menschliche Haut zu durchdringen und auch sehr friedliebend, weil sie im Gegensatz zur allseits bekannten Honigbiene keinen Bienenstock verteidigen.
Als wichtige Bestäuber leisten sie einen unschätzbaren Wert im Gefüge der Artenvielfalt, sind aber leider auch bei uns im Ruhrgebiet zum Teil stark gefährdet. Dabei nisten nur ca. ein Viertel aller Wildbienen in oberirdischen Strukturen, so wie es die Wildbienenstände hier zur Verfügung stellen. Die allermeisten Wildbienen nisten in sandigen, lückigen Boden z .B. häufig auch in Steinfugen von Auffahrten. Dafür den Blick zu schärfen und Natur in der ganzen Stadt zu erhalten, ist eins der Ziele des BUND Essen.
„Wir wollen konkret etwas tun und zur Nachahmung anregen“, so Kaiser. Besonders in den Blick nimmt die BUND-Kreisgruppe dabei die Aufwertung aller Grünflächen in der Stadt, denn ohne Nektar und Pollen einer vielfältigen einheimischen Pflanzenwelt würden unsere Wildbienen und viele andere Bestäuber verhungern.
Dabei sind Strukturelemente wie unsere Wildbienenstände nur ein kleines Puzzlestück in der Gesamtstrategie. „Wir behandeln den kommenden Masterplan Stadtgrün und die Wiesenstrategie der Stadt Essen im gemeinsamen Austauschformat der Stadt“, dem „AK Biodivers“, führt Kaiser aus. Die dort besprochenen Flächenpotenziale und Pflegeumstellungen legen dann den Blick auf das notwendige Ganze, um auch die jetzt eröffneten Wildbienenstände in eine Strategie einzubetten.
Die Pressemeldung als PDF finden Sie hier.
Nachtrag: Die WAZ berichtete am 20.08.2025 darüber: "Zwei Essener Friedhöfe bieten nun Wildbienen ein Zuhause".