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BUND-Kreisgruppe Essen

Dritter Teil der Fortbildungsreihe in Voßgätters Mühle zum Thema „Wasser und Gewässer“

09. Dezember 2019

Stellung nehmen 3

 (Martin Kaiser)

Bereits zum dritten Mal (und wieder in der schönen Voßgätter Mühle in Essen-Borbeck) trafen sich am 16. November die Teilnehmenden des Fortbildungslehrgangs „Stellung nehmen“, um ihre Fachkenntnisse zu vertiefen. Ziel des Tages war wiederum, die Fähigkeiten, die Rechte der anerkannten Naturschutzverbände (NABU Ruhr, BUND Essen, LNU) zur Mitwirkung in Planverfahren durch gut fundierte Stellungnahmen wieder vermehrt wahrzunehmen.

Thema diesmal: Wasser und Gewässer. Das Organisationsteam konnte dafür zwei profunde ReferentInnen gewinnen: Carmen Sauerwein von den Technischen Betrieben Velbert und dort zuständig für den Kanal und Gewässerausbau und Rudolf Hurck von der Emschergenossenschaft / Lippeverband und dort u. a. zuständig für eine der größten Baustellen in Essen: den Berneumbau (siehe dazu auch die Wasserschau der AG Wasser).

Carmen Sauerweins erste Frage in die Runde eröffnete schon den Blick für das Wesentliche: „Wer von den Anwesenden hat eine Rigole (Regenwasserversickerung) im Garten?“ Klar wurde: Wer Regenwasser versickern lässt, muss keine Kanäle dafür bauen! Also gilt es: Versickerung vor ortsnaher Einleitung in Gewässer vor Ableitung in einen Kanal! Aber was passiert mit unserem Schmutzwasser? Zusammen mit dem Regenwasser in den Kanal? Oder getrennt, dann mit zwei parallelen Rohren? Vor- und Nachteile sind abzuwägen. Die Flächenverfügbarkeiten für die zahlreichen notwendigen Becken der Siedlungswasserwirtschaft (z. B. Regen-überlaufbecken, -rückhaltebecken, -klärbecken) stellen die größte Restriktion dar. Carmen Sauerwein stellte Kanalbaumaßnahmen vor, bei denen der Ausgleich der Interessen der Wasserwirtschaft und des Naturschutzes gelungen scheint, aber dankenswerterweise ganz offen auch Projekte, für die es in der Abwägung aller Belange vorerst keine zufriedenstellenden Lösungen zu geben schien. Ihr Aufruf an die Naturschutzverbände, gerade in diesen Fällen gemeinsam nach der besten Lösung zu suchen, traf auch einen Nerv der Veranstaltung.

Beim Vortrag von Rudolf Hurck war schnell klar: Hier spricht ein Urgestein mit jahrzehntelanger Erfahrung. Rudolf Hurck konnte von den Anfängen des Emscherumbaus 1992 berichten und den Vorbedingungen, die die Internationale Bauausstellung Emscher Park (IBA) bereits Ende der 1980iger Jahre gelegt hatte. 

Trotzdem versanken nicht alle in Ehrfurcht in ihren Stühlen, sondern folgten der doch teilweise komplizierten Materie: Von der Fließgewässer-Typologie und den Belastungen auf die Biozönosen über die Anforderungen der EG-Wasserrahmenrichtlinie hin zu umgestalteten Gewässern, die nach langer Zeit einer kommunalen und industriellen Nutzung wieder ihrem natürlichen Zustand etwas näher kommen werden.

In der Mittagspause war dann Zeit zum Durchatmen, bevor die Teilnehmenden selbst aktiv werden konnten. Anhand eines Bewertungsschemas wurden in Kleingruppen Einige der 28 Flächen in Essen begutachtet, die im Bürgerforum „Wo wollen wir wohnen“ mit den Prioritäten 1 und 2 bewertet wurden und über die die Stadt nun in Kürze entscheiden will. Die Teilnehmenden kamen zu deutlich unterschiedlichen Ergebnissen (!).

Sich in dieser Weise aktiv an aktuellen Fragestellungen abarbeiten zu können, war neben der fachlichen Theorie am Vormittag dann auch Grund für die durchweg positiven Rückmeldungen der Teilnehmenden. Schon zum zweiten Mal waren Aktive gekommen, die dafür private Termine umlegen mussten. Für das Organisationteam Ausdruck, dass die Arbeit nicht nur anstrengend, sondern auch befriedigend ist. Es gibt unzweifelhaft Möglichkeiten durch kompetenten Einsatz auch etwas zu bewegen.

Die nächste Veranstaltung zum Thema „Stadtklima zwischen Klimawandel und urbanem Leben“ ist in Vorbereitung und soll voraussichtlich im Januar 2020 stattfinden.

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