Die Hochwasserkatastrophe im Sommer 2021 hat auch in Essen enorme Schäden verursacht, wie der Wiederaufbauplan der Stadt (Vorlage im Ratsinformationssystem) nun den verschiedenen Ausschüssen benennt.
10 Million Euro sind es allein in Essen, um das Nötigste wieder in Stand zu setzen. Der Hilfsfonds zum bundesweiten der betroffenen Regionen umfasst sogar 30 Milliarden Euro. Vergleicht man diese Zahl mit den Zahlen der bundesweit verursachten Schäden durch Hochwasserkatastrophen von 2002 (9,1 Mrd. Euro) und 2013 (12 Mrd. Euro), erscheinen Investitionen in präventive Maßnahmen aus volkswirtschaftlicher Sicht zwingend erforderlich.
„Präventive Maßnahmen in Essen sind unter anderem die konsequente Umsetzung der Maßnahmen, die die EU-Wasserrahmenrichtlinie seit langem vorsieht“, so Maike Wissing, Sprecherin der AG Wasser des BUND Essen. Die Lebensadern unserer Landschaft brauchen z. B. mehr Platz durch eine vorausschauende Auenentwicklung, um hier Retentionsflächen zu schaffen, damit Wasser bei Starkregenereignissen in Bereiche ausweichen kann. Jeder Euro der hier in zuerst teurer aussehende Maßnahmen wie z.B. die Offenlegung verrohrter Bäche gesteckt wird, zahlt sich dann nicht nur für die Artenvielfalt aus, sondern vermindert auch Abflussgeschwindigkeiten bei Starkregen. „Wir müssen auf eine Vielzahl von Maßnahmen setzen, die auch im Zuge der normalen Gewässerunterhaltung möglich sind“, so Wissing. Weitere Verzögerungen in der Umsetzung laufen deshalb nicht nur den gesetzlichen Forderungen zur Gewässerrenaturierung entgegen, sondern sind auch teuer in Hinblick auf den Hochwasserschutz. „Auch wenn es im Bereich des Deilbachs zu massiven Schäden gekommen ist, die u.a. auf die extremen Abflüsse im Juli 20221 zurückzuführen sind, geben die Maßnahmen des Ruhrverbandes auf Velberter und Hattinger Stadtgebiet ein gutes Beispiel dafür, wie Gewässerökologie und Hochwasserschutz zusammenspielen können.
Die AG Wasser wird die Maßnahmen im April auf ihrer nächsten Gewässerexkursion erläutern. Die Exkursion wird sich auch der Landschafts- und Kulturhistorie dieser alten und vielfältig interessanten Kulturlandschaft widmen, die erheblich mehr zu bieten hat als den bekannten Eisenhammer. Anmeldungen und weitere Informationen unter martin.kaiser(at)bund-essen.de.