Die Margarethe-Krupp-Stiftung (MKS) und die drei Naturschutzverbände BUND Essen, NABU Ruhr e.V. und der Naturgarten e.V. präsentieren am 27.08. um 15.00 Uhr die neu angelegten artenreichen Wiesen an der Borkumstraße und der Sommerburgstraße.
Bereits im Herbst 2024 hatte die Stiftung mit Unterstützung der Verbände an der Sommerburgstraße eine Wiese neu angelegt. In Zusammenhang mit der Verlegung der Fernwärmeleitung zur zukünftigen Versorgung der "Neuen“ Höhe mit regenerativer Energie musste ein Teil der Wiese durch Bauarbeiten weichen. Nun wird sie wieder hergestellt.
Die gemeinsame Idee dahinter ist, dass nicht genutztes eintöniges, sogenanntes „Abstandsbegleitgrün“ im Sinne der Artenvielfalt in eine lebendige, blühende Wiese zu verwandeln. „Der erste Blühaspekt mit Kornblume und Klatschmohn war sehr gut“, so Marcus Roll, Verantwortlicher für die Außenanlagen der MKS, „sodass wir direkt in der Nähe auf der Höhe der Borkumstraße drei weitere Flächen angelegt haben“.
„In der Summe geht es uns mit den Verbänden darum, positive Geschichten des Gelingens in die Gartenstadt und darüber hinaus zu vermitteln, die im eigenen Handeln Vorbildcharakter in Sachen Nachhaltigkeit, Biodiversität und Klimaanpassung haben“, so Michael Flachmann von der MKS. Ein Zielpunkt ist die Internationale Gartenausstellung Metropole Ruhr 2027 (kurz: IGA 2027), an der sich die MKS als Gartenstadt und Weiterentwicklung unter Einbeziehung der Wohnungen anstatt der üblichen Rasenflächen beteiligt.
Bei der zukünftigen Wiesenentwicklung ist die extensive Pflege der neuen Flächen entscheidend. Zwei Mal im Jahr wird sie in Zukunft insektenschonend mit dem Balkenmäher gemäht und das Mahdgut abgetragen. „Wir freuen uns sehr, dass der NABU Ruhr e.V. uns in Zukunft mit seiner naturschutzfachlichen Expertise und seinem abgestimmten Gerätepark unterstützt“, so Flachmann. Die Mahd wird mit kleinen Maschinen geschwadet (in Reihen gelegt) und aufgenommen. „Bei der Grünlandpflege sind wir nicht nur um ein tier- und bodenschonendes Vorgehen bemüht, sondern verwerten – wo immer das möglich ist – auch das Mahdgut. Im besten Fall produzieren wir also nicht – wie sonst vielfach üblich – Grünabfall, sondern Heu, das bei Tierhaltern begehrt ist“, so Axel Pottschmidt vom NABU Ruhr e.V..
Dabei wird sich die Wiese weiterentwickeln. „Im Jahresverlauf sieht die Wiese auch mal strubbelig aus“, erläutert Martin Kaiser vom BUND, „und sie wird sich über die Jahre auch verändern und andere und teilweise auch geringere Blühaspekte hervorbringen, die trotzdem wertvoll sind“, so Kaiser.
Zusammen mit Sabine Senkel, der Wildbienenspezialistin des Naturgarten e.V., geht die Stiftung auch den Insektenschutz an. Ein großer repräsentativer Wildbienenstand ist eine Erweiterung zu den blühenden Wiesen, die für die Bestäuber Nahrung und Lebensraum sind. Er soll im März durch dBUND-Kreisgruppeppe an einer der Blühflächen erstellt werden. „Große sogenannte „Insekten-Hotels“ sind nicht die Lösung für den Insektenschwund“, so Martin Kaiser vom BUND, „sind aber ein guter Fixpunkt, um über die Zusammenhänge zu informieren.“ Die Stiftung fördert den Insektenschutz darüber hinaus mit der Produktion einer kleinen Serie handlicher Wildbienenstände. „Wir wollen da ein Beispiel geben, wie es auch im eigenen Garten funktionieren kann und den Bewohnern unserer Siedlung die kleinen Nisthilfen zu einem gesponserten Preis anbieten“, so Flachmann.
Weitere Projekte wie die Förderung der Gebäudebrüter (Schwalben, Mauersegler etc.) sind beginnend mit einem Projekt für den Spatzen (Haussperling) im Gespräch.
Die Pressemitteilung als PDF finden Sie hier.