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BUND-Kreisgruppe Essen

Stellung nehmen!

13. Mai 2019 | Naturschutz, BUNDintern

Auftakt der Fortbildungsreihe im Historischen Kupferhammer

Um sich dem Thema verbandliche Stellungnahmen in Verfahren der Stadtentwicklung aus neuen Perspektiven zu nähern, trafen sich am 11. Mai Naturschützer verbandsübergreifend im historischen Kupferhammer in Kupferdreh. Das Ruhrmuseum hatte die Räume den Verbänden zur Verfügung gestellt.

Auf dem Programm standen die Funktion und Inhalte von Flächennutzungsplan und Bebauungsplan und die Möglichkeiten der Naturschutzverbände, die Umweltbelange effektiv in die Planverfahren einzubringen. Referent war Reinhard Schmidt (Stadtplaner bei der Entwicklungsgesellschaft Duisburg und dort mit der sozialen und städtebaulichen Entwicklung von Duisburg-Hochfeld befasst). Als Altenessener und in vielen zivilgesellschaftlichen Aktionen aktiver Mensch machte er deutlich, dass die heutigen Mitwirkungsmöglichkeiten von Naturschützern in den 80iger und 90iger Jahren erst erkämpft werden mussten und letztlich auch zum heutigen Planungsrecht mit seinen stark formalisierten Verfahren beigetragen hat.

Vor diesem Hintergrund bekam die anschließende Diskussion um Formalismen und die Gestaltungsspielräume von Naturschutz eine besondere Richtung: Deutlich wurde, dass in Stellungnahmen zu konkreten Bebauungsplänen zwar nicht das Klima oder gleich die ganze Welt an sich gerettet werden können, aber in einem eng gesetzten Rahmen kompetente Aussagen zu Schutzgütern wie Mensch, Biotope, Boden, Wasser u. a. bezogen auf die konkrete Fläche gefordert sind. Hier hat der örtliche Naturschutz zwar seine Stärke, da er um die Eigenheiten und (zum Teil historisch gewachsenen) Zusammenhänge der zu bebauenden Flächen weiß. Letztlich sind aber eine klare Schwerpunktsetzung, das Wissen um die Möglichkeiten und Grenzen der Bauleitplanung und ein langer Atem ausschlaggebend für den Erfolg aus Sicht des Umweltschutzes.

Die Teilnehmenden behandelten aber nicht nur die Theorie, sondern schauten sich die Umsetzung eines Bebauungsplanes am Beispiel des Geländes der ehemaligen Zementfabrik und Zeche an der Prinz-Friedrich Straße bei einem Rundgang genau an.

Die Organisatoren freute insbesondere, dass hier unerfahrene, wie auch im Schreiben von Stellungnahmen erfahrene Menschen zusammenkamen, um Neues zu lernen und sich auch mit kritischen Einwürfen konstruktiv auseinander zu setzen. Auch wenn die Vermittlung fachlicher Details noch etwas zu kurz kam und bei den nächsten drei Veranstaltungen der Reihe stärker in den Mittelpunkt rücken wird, war es wichtig, sich kennen zu lernen, beim gemeinsamen Mittagessen auch über Fußball und anderes zu sprechen und dabei das ein oder andere Stück Kuchen zu verdrücken.

Die Rückmeldungen aus der Gruppe waren positiv und lassen für die nächste (und inhaltlich durchaus brisante) Themenstellung zum Artenschutz am 29. Juni einiges erwarten. Damit rückt das Ziel, Menschen zu finden, die sich dem Thema „Stellungnahmen“ in einer verbandsübergreifenden Gruppe und nicht nur als Einzelkämpfer zu widmen, wieder etwas näher. Man darf gespannt sein!

Zum Abschluss der Veranstaltung wurde es noch einmal konkret. Am Beispiel des 80er-Jahre-Bebauungsplanes für die Kraftwerkerschule in Essen-Kupferdreh wurden Umsetzungsdefizite aus der Vergangenheit thematisiert, die noch zu Handlungsvorschlägen führen sollen. Deutlich wurde aber auch: Es reicht nicht, eine Stellungnahme zu erarbeiten und einzureichen. Die Verbände müssen viel stärker nachhalten, was aus ihren Stellungnahmen wird. Keine geringe Aufgabe für die kleine Anzahl an Aktiven und Bestätigung für das Motto: „Wir müssen mehr werden. Mehr Aktive.“

Weitere Infos und Bilder unter: Veranstaltungsreihe „Stellung nehmen“.

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