Was Federn erzählen

24. November 2025 | BUND

Unsere jährliche Nistkästen-Aktion auf dem Terrassenfriedhof

Am 15. November war es wieder so weit: Auf dem Terrassenfriedhof stand die jährliche Überprüfung unserer mehr als fünfzig Nistkästen an. Nachdem im Vorjahr vor allem die hochhängenden Hohltaubenkästen eine erfolgreiche Brut gezeigt hatten, richteten wir diesmal unser Augenmerk auf die vielen weiteren Nisthilfen im Gebiet.

Sicherheitsunterweisung und Start in zwei Gruppen

Zahlreiche Helferinnen und Helfer der AG Artenschutz hatten sich eingefunden. Bevor es losging, stand eine kurze Sicherheitseinweisung zum Umgang mit Leitern in luftiger Höhe auf dem Programm. Anschließend starteten zwei Teams – wie in den vergangenen Jahren begleitet von Falknermeister Martin Hagemann.

Funde, Hinweise und faszinierende Geschichten aus den Nistkästen

Während wir die Nestfunde dokumentierten, ergänzte Martin die Ergebnisse durch wertvolle Hinweise und spannende Geschichten aus seiner Falknerpraxis. Selbst wenige Federn konnten viel aussagen:
Beispielsweise deuteten flaumartige Federn auf einen noch nicht voll entwickelten Jungvogel hin, der möglicherweise im Streit aus dem Kasten gedrängt oder von einem Prädator gefunden wurde.

Um Konkurrenzsituationen zu reduzieren, hatten wir im letzten Jahr bereits zusätzliche Nistkästen in besonders begehrten Brutgebieten angebracht. Dennoch gab es auch diesmal ungewöhnliche „Fehlbelegungen“ – wie eine Hohltaube im Eulenkasten oder einen Kleiber, der den Eingang eines großen Kastens kurzerhand verkleinerte.

GIS-Datenerfassung zeigt rückläufige Belegungszahlen

Dank Harald, einem neuen Mitglied der AG Artenschutz, wurden alle bisherigen Daten in ein aktualisiertes GIS-Projekt übertragen. Die diesjährige Auswertung zeigte dabei eine rückläufige Tendenz: Während in den Vorjahren rund 65–75 % der Kästen belegt waren, lag die Belegungsquote 2025 nur noch bei ungefähr 50 %.

Ausgenommen von diesem Rückgang waren die Hohltauben- und Fledermauskästen. Letztere wollen wir gemeinsam mit einer Fledermaus-Spezialistin bei einer weiteren Begehung gesondert kontrollieren. Die detaillierte Übersicht unserer Ergebnisse seht ihr hier.

Austausch bei Kaffee & Kuchen und Ausblick auf kommende Arbeiten

Mit Einbruch der Dämmerung ließen wir den Tag gemütlich bei Kaffee und Kuchen ausklingen. Dabei wurden weitere notwendige Arbeiten deutlich: Einige Nistkörbe für die Waldohreule sind inzwischen verwittert oder abgestürzt, und an einigen Kästen fehlen Identifikationsplaketten.

Bis zur nächsten Brutsaison bleibt jedoch ausreichend Zeit für Reparaturen und Ergänzungen.

Mithelfen? Die AG Artenschutz freut sich über Unterstützung

Die AG Artenschutz freut sich über jede Form der Mithilfe. Interessierte können sich jederzeit unter artenschutz@bund-essen.de melden.

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