… Sie erhöhen das Unfallrisiko – insbesondere auf Gehwegen.Deshalb gilt in Essen wie in allen Kommunen eine Räum- und Streupflicht. Verantwortlich sind Eigentümer:innen oder – abhängig von Mietvertrag und Hausordnung – Mieter:innen. Gehwege müssen innerhalb der vorgeschriebenen Zeiten und in ausreichender Breite schnee- und eisfrei oder zumindest rutschfest gehalten werden.
Räum- und Streupflicht in Essen:
Das sagt die Satzung
Die rechtliche Grundlage bildet die Straßenreinigungs- und Winterdienstsatzung der Stadt Essen. Sie regelt unter anderem:
- Zuständigkeiten,
- Räumzeiten,
- Breite der zu räumenden Gehwege sowie
- Zulässige Streumittel.
Ergänzend informieren Organisationen wie z.B. aktuell der BUND-Bundesverband sowie wissenschaftsjournalistische Formate (z. B. Quarks) über ökologische und gesundheitliche Folgen des Winterdienstes. Darüber hinaus veranschaulicht 'die Maus', wie kinderleicht die Thematik umzusetzen ist:
- BUND
- Hinweise für Eigentümer und Mieter
- Quarks-Redaktion
- Straßenreinigungs- und Winterdienstsatzung der Stadt Essen
- Streupläne der Stadt Essen
- WDR-'Die Maus'
Was ist erlaubt – und was ist verboten?
Laut Satzung müssen Gehwege bei Schnee und Glätte grundsätzlich:
- geräumt und
- mit abstumpfenden Mitteln (z. B. Sand, Splitt oder Granulat) gestreut werden.
Streusalz und andere auftauende Mittel - auf Gehwegen in Essen sind sie grundsätzlich verboten!
Dieses Verbot ist vielen Anwohner:innen nicht bekannt oder wird ignoriert. Nach Schneefällen sieht man häufig große Mengen Salz auf Bürgersteigen – nach dem Motto „viel hilft Viel“. Das ist nicht nur unnötig, sondern auch schädlich.
Warum ist Streusalz in Essen verboten?
Die Stadt Essen untersagt den Einsatz von Streusalz aus Umwelt- und Tierschutzgründen:
- Schäden an Stadtbäumen: Salz gelangt mit dem Schmelzwasser in den Boden, stört das Nährstoffgleichgewicht und schädigt Wurzeln sowie Bodenorganismen.
- Belastung von Böden und Gewässern: Salz kann langfristig die Bodenqualität verschlechtern und ins Grundwasser gelangen.
- Salznebel an Straßen: Besonders entlang stark befahrener Straßen werden Bäume zusätzlich belastet.
Auch Tiere leiden unter Streusalz: Hunde bekommen häufig gereizte oder rissige Pfoten; Ablecken kann Magen-Darm-Probleme verursachen. Ebenso können Katzen betroffen sein.
Ausnahmen vom Streusalzverbot –
nur in engen Grenzen
Wie in vielen Städten gibt es klar begrenzte Ausnahmen. Auftauende Mittel dürfen nur verwendet werden:
- an besonders gefährlichen Stellen (z. B. Treppen, starke Gefälle, Brückenaufgänge) oder
- bei außergewöhnlichen Witterungsverhältnissen (z. B. Eisregen), wenn die Verkehrssicherheit mit abstumpfenden Mitteln nicht gewährleistet werden kann.
Wichtig:
Diese Ausnahmen gelten in der Regel nicht an Gehwegen mit angrenzenden Baumbeständen oder Grünflächen. Auf Baumscheiben und bepflanzten Streifen darf kein salzhaltiger Schnee abgelagert werden
Problemfall Winterdienst:
Wenn Dienstleister Salz einsetzen
Besonders problematisch ist es, wenn beauftragte Räum- und Winterdienste pauschal und großflächig Salz ausbringen – selbst dort, wo Bäume und Grünflächen direkt angrenzen.
Auch wenn Streusalz frei erhältlich ist: Auf Gehwegen ist seine Verwendung in Essen verboten. Ein unsachgemäßer Einsatz widerspricht dem Schutzziel der Satzung und verursacht vermeidbare Umweltschäden.
Was Anwohner:innen jetzt tun sollten
1. Alternativen nutzen:
Gehwege räumen und bei Glätte Sand, Splitt oder Granulat verwenden – sparsam und bedarfsgerecht.
2. Streusalz konsequent vermeiden
Kein Salz auf baumnahen Gehwegen, Baumscheiben oder Grünstreifen einsetzen oder salzigen Schneematsch dort abladen.
3. Winterdienste klar beauftragen
In Verträgen ausdrücklich festlegen: „Winterdienst ohne Streusalz“ – Ausnahmen nur im rechtlich zulässigen Rahmen.
4. Verstöße melden
Bei massivem Salzeinsatz (insbesondere im Bereich von Bäumen) die Stadt Essen informieren – idealerweise mit Ort, Datum und Fotos.
5. Tiere schützen
Nach dem Spaziergang Hundepfoten mit lauwarmem Wasser abspülen, ggf. Pfotenbalsam verwenden oder bei empfindlichen Tieren Hundeschuhe nutzen.