BUND-Kreisgruppe Essen

Der Aronstab - eine giftige Fallenpflanze in Essener Wäldern

Anfang April erscheinen die breit-spießförmigen, häufig gefleckten Blätter im Buchenwald, die bestimmt jeder schon mal gesehen hat; später dann die Blüte. Der Umgang dieser Pflanze mit ihren winzigen Bestäubern ist wirklich spannend und trickreich.

Das grünlich-weiße Hochblatt umschließt einen dunklen Kolben mit den eigentlichen Blütchen, ganz unten die weiblichen, darüber einen Kranz mit männlichen und als Abschluss des bauchigen Hohlraums einen Kranz mit Borsten. Ein Geruch zwischen Urin und Kadaver lockt Trauermücken und winzige Fliegen an. Damit die bis zu 50 Insekten, die von dem ölig-rutschigen Hochblatt in die bauchige Kaverne gestürzt sind, in der kalten Nacht weder verhungern noch erfrieren, bieten die weiblichen Blüten ein paar Honigtropfen. Der stärkehaltige Stängel der Blüte sorgt für eine Heizung in der Kaverne, die den Winzlingen angenehme Temperaturen garantiert. Haben die männlichen Blüten ihren Pollen über den Mücken verstäubt, trocknen die Borsten am Eingang und geben den Weg frei nach draußen. So können die Trauermücken in der folgenden Nacht eine neue Aronstabblüte besuchen und bestäuben.

Achtung Gartenbesitzer, die Aronstab als Zierde gepflanzt haben! Auch wenn Vergiftungsfälle sehr selten sind: Alle Teile der Pflanze, auch die roten Beeren, sind giftig!

 

 

Der Aronstab - Entwicklung der Pflanze

BUND-Bestellkorb