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BUND-Kreisgruppe Essen

Winterliche Misteln

Misteln kennt wohl jeder, zumindest aus den Asterix-Bänden, in denen der Druide immer Misteln für den Zaubertrank schneidet. Und in der Weihnachtszeit und zum Jahreswechsel hat die Mistel in vielen Ländern eine wichtige kulturelle Bedeutung.

Es gibt mehrere Mistelarten in Deutschland, die auf verschiedenen Baumarten zu finden sind. Viscum album auf Laubbäumen außer auf Eichen ist die häufigste Mistelart, die auf den beiden Fotos zu sehen sind. Misteln sind immergrüne Halbparasiten, d.h. sie betreiben eigenständig Fotosynthese, gewinnen Wasser und Mineralsstoffe allerdings auf parasitische Weise, indem sie die Leitbahnen von Bäumen anzapfen. Mistelzweige sind zwar verholzt, aber die Pflanzen wachsen langsam und begrenzt. Die parasitierten Bäume leiden praktisch nicht, selbst wenn viele Misteln auf einem Baum sitzen.

Die Misteldrossel ist eine wichtige Liebhaberin der Beeren, aber auch viele andere Vögel fressen sie gern. Die weißen Beeren und die Samen darin sind mit einer klebrigen Substanz ausgestattet, die auch die Darmpassage im Vogel unbeschadet übersteht und den Samen im Vogelkot fest an die Baumrinde klebt, wo der Same keimt und sofort „Senker“ (der Wurzel entsprechend) in das Gefäßsystem des Baumes schickt.

Wenn eine Pflanze in der Kultur und traditionellen Heilkunde eines Landes eine große Rolle spielt, kann man davon ausgehen, dass wertvolle Inhaltsstoffe darin zu finden sind: So helfen Mistelpräparate Krebskranken, ihre Abwehr zu stärken und Metastasen zu verhindern oder einzudämmen.

Da auch Viscum album in Deutschland nur sporadisch zu finden ist, ist das Ernten zu Schmuckzwecken gänzlich verboten; Pharmaunternehmen müssen z. B. Obstbäume künstlich infizieren, um später das Laub der Misteln zu ernten.

 

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