Rechtsextremismus im Natur- und Umweltschutz erkennen: BUND-Broschüren zur Prävention und Gegenwehr

Rechtsextremismus im Natur- und Umweltschutz erkennen: BUND-Broschüren zur Prävention und Gegenwehr

Wie lässt sich rechtsextreme Einflussnahme im Natur-, Umwelt- und Klimaschutz erkennen und verhindern? Zwei Broschüren des BUND bieten Engagierten fundiertes Hintergrundwissen und konkrete Handlungsempfehlungen. Sie zeigen, mit welchen Strategien rechtsextreme Akteur:innen ökologische Themen für ihre politischen Ziele instrumentalisieren, wie sich ideologische Vereinnahmungen erkennen lassen und welche Möglichkeiten es gibt, ihnen wirksam entgegenzutreten.

Rechtsextreme Akteur:innen greifen gezielt Themen wie Natur, Heimat, Ökologie und Klimaschutz auf, um sie für ihre Weltanschauung zu vereinnahmen. Gleichzeitig verbreiten sie klimaskeptische Positionen, stellen den menschengemachten Klimawandel infrage und versuchen teilweise, Umweltverbände, Vereine und Initiativen zu beeinflussen oder zu unterwandern. Für Menschen, die sich im Natur- und Umweltschutz engagieren, entstehen dadurch besondere Herausforderungen.

Die beiden BUND-Broschüren „Von Heimatschutz und Klimahysterie“ und „Ökologie in falschen Händen? Rechtsextreme Vereinnahmung erkennen und ihr begegnen“ beleuchten diese Problematik aus unterschiedlichen, sich ergänzenden Perspektiven. Während die erste Publikation insbesondere rechtsextreme Narrative und klimaskeptische Strategien untersucht, widmet sich die zweite den historischen Hintergründen sowie konkreten Ansätzen zur Prävention und Gegenwehr.

Rechtsextreme Ideologien im Umwelt- 
und Klimaschutz erkennen

Warum erklären Teile der extremen Rechten den Klimawandel zum Feindbild, während sie gleichzeitig Begriffe wie Natur, Heimat und Umweltschutz für sich beanspruchen?

Mit diesen Widersprüchen beschäftigt sich die BUND-Akademie in der Broschüre „Von Heimatschutz und Klimahysterie“. Sie analysiert das Verhältnis der extremen Rechten zu ökologischen Themen und zeigt, wie rechtsextreme Akteur:innen den menschengemachten Klimawandel infrage stellen, klimaskeptische Narrative verbreiten und Begriffe wie Naturschutz, Ökologie und Heimat ideologisch umdeuten.

Die Publikation vermittelt fundiertes Hintergrundwissen zu rechtsextremen Strategien und Argumentationsmustern. Im Mittelpunkt stehen unter anderem folgende Fragen:

  • Woran lassen sich rechtsextreme Narrative zum Klimawandel erkennen und wie können sie kritisch hinterfragt werden?
  • Welche Netzwerke verbreiten klimaskeptische Positionen?
  • Wie werden Begriffe wie Ökologie, Naturschutz und Heimat rechtsextrem umgedeutet?
  • Welche Signalwörter und Argumentationsmuster weisen auf entsprechende Ideologien hin?
  • Mit welchen Strategien versuchen rechtsextreme Akteur:innen, ökologische Themen für ihre politischen Ziele zu vereinnahmen?

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Leugnung des Klimawandels und den Netzwerken der Klimaskepsis. Thematisiert werden unter anderem das Europäische Institut für Klima und Energie (EIKE) und seine internationalen Verbindungen.

Die Broschüre unterstützt dabei, klimaskeptische Aussagen einzuordnen, dahinterliegende Strategien zu durchschauen und sich sachlich mit entsprechenden Positionen auseinanderzusetzen.

Rechtsextremismus und Naturschutz: 
Historische Hintergründe verstehen

Wer rechtsextreme Einflussnahme im Natur- und Umweltschutz erkennen und einordnen möchte, sollte auch die historischen Zusammenhänge kennen.

Die Broschüre „Ökologie in falschen Händen? …“ beleuchtet die historischen und gesellschaftlichen Verbindungen zwischen Rechtsextremismus und Naturschutz.

Zunächst erläutert sie, was unter Rechtsextremismus zu verstehen ist und welche Dimensionen das Phänomen umfasst. Anschließend richtet sie den Blick auf die Rolle des Naturschutzes im Nationalsozialismus, die Entwicklungen nach 1945 und die Entstehung der modernen Umweltschutzbewegung.

Diese historische Einordnung macht ideologische Kontinuitäten sichtbar und hilft, unterschiedliche Formen der rechtsextremen Vereinnahmung ökologischer Themen besser zu verstehen.

Wenn Naturschutz und Heimat ideologisch
vereinnahmt werden

Natur- und Umweltschutz sind nicht grundsätzlich an eine bestimmte politische Ideologie gebunden. Dennoch können Begriffe wie „Heimat“, „Natur“ und „Naturschutz“ im rechtsextremen Denken gezielt instrumentalisiert werden. Sie dienen dort unter anderem der Identitätsbildung, der Abgrenzung gegenüber anderen Bevölkerungsgruppen und der Verbreitung nationalistischer Weltbilder.

Die BUND-Broschüren zeigen, wie ökologische Anliegen in rechtsextreme Ideologien eingebunden und für politische Zwecke umgedeutet werden. Sie sensibilisieren für problematische Denkmuster und helfen Engagierten, ideologische Einflussversuche im Natur-, Umwelt- und Klimaschutz frühzeitig zu erkennen und kritisch einzuordnen.

Rechtsextremer Unterwanderung begegnen: 
Prävention und konkrete Handlungsmöglichkeiten

Wie können Vereine, Initiativen und Umweltorganisationen auf rechtsextreme Einflussversuche reagieren? Und wie lassen sich demokratische Strukturen nachhaltig stärken?

Hier veranschaulicht die Broschüre „Ökologie in falschen Händen? …“ anhand von zwei Praxisbeispielen, wie Engagierte problematische Entwicklungen frühzeitig erkennen, angemessen darauf reagieren und klare Grenzen setzen können.

Im Mittelpunkt stehen drei zentrale Handlungsfelder:

  1. Einflussversuche frühzeitig erkennen: Typische Strategien und Erscheinungsformen rechtsextremer Vereinnahmung verstehen und richtig einordnen.
  2. Souverän reagieren und klare Grenzen setzen: Konkrete Handlungsmöglichkeiten kennenlernen, um problematischen Entwicklungen angemessen und konsequent entgegenzutreten.
  3. Demokratische Strukturen nachhaltig stärken: Vereine, Initiativen und Verbände widerstandsfähiger gegen rechtsextreme Einflussnahme und Unterwanderungsversuche machen.

Die Broschüre verbindet wissenschaftlich fundiertes Hintergrundwissen mit praxisnahen Empfehlungen für den Organisationsalltag. Damit bietet sie eine wertvolle Orientierung für alle, die demokratische Werte in ihren Organisationen schützen und stärken möchten.

Praxisorientiert lernen: 
Mit Speed-Debating auf Klimaskepsis reagieren

Auch für die Bildungsarbeit liefert die Broschüre „Von Heimatschutz und Klimahysterie“ konkrete Anregungen. Eine davon ist die Methode Speed-Debating, mit der sich Gespräche und Diskussionen mit klimaskeptischen Personen in einem interaktiven Format trainieren lassen.

Die Methode ermöglicht es, eigene Argumente zu reflektieren, sich auf unterschiedliche Gesprächssituationen vorzubereiten und geeignete Strategien für den Umgang mit klimaskeptischen Aussagen zu entwickeln. Sie eignet sich insbesondere für Workshops, Seminare und Bildungsangebote im Umwelt- und Klimaschutz.

Ergänzende Literaturhinweise, weiterführende Ressourcen und Quellen bieten zudem die Möglichkeit, einzelne Themen zu vertiefen.

Digitale Lernangebote der BUND-Akademie: 
Wissen vertiefen - Handlungssicherheit gewinnen

Beide Broschüren stehen in engem Zusammenhang mit den digitalen Bildungsangeboten des BUND. Sie ergänzen die Kursmodule „Von Heimatschutz und Klimahysterie“ und „Ökologie in falschen Händen?“ in der Lernwelt der BUND-Akademie.

Hier geht es zum digitalen Kursmodul:

>> "Ökologie in falschen Händen?“ – Durchblick gegen Unterwanderung

(Mitgliedern des BUND stehen erweiterte Informationen zur Verfügung.)

Für wen eignen sich die beiden BUND-Broschüren?

Die beiden Broschüren richten sich insbesondere an:

  • Engagierte im Natur-, Umwelt- und Klimaschutz,
  • Mitarbeitende in Umweltverbänden und Naturschutzorganisationen,
  • Ehrenamtlich Aktive in Vereinen und Initiativen,
  • Politisch Aktive und Multiplikator:innen,
  • Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte sowie
  • Mitarbeitende in der Bildungsarbeit sowie hauptamtlich Beschäftigte in Verbänden und Organisationen.

Fazit: Wissen stärken, demokratische Strukturen schützen und aktiv werden

Die beiden BUND-Broschüren bieten eine fundierte Grundlage, um sich mit Rechtsextremismus im Natur-, Umwelt- und Klimaschutz auseinanderzusetzen. Sie machen deutlich, wie ökologische Themen ideologisch vereinnahmt werden und welche Herausforderungen daraus für Umweltverbände, Vereine und Initiativen entstehen.

Beide BUND-Broschüren stehen nachfolgend kostenfrei als PDF zum Download bereit:

   >> „Von Heimatschutz und Klimahysterie" (PDF)

   >> „Ökologie in falschen Händen? Rechtsextreme Vereinnahmung erkennen und ihr begegnen“  (PDF)