Aktionstag „Staudenknöterich“

03. August 2025 | BUNDintern

„An die Spaten!“ lautete am Donnerstag 30.07. die Devise.

Große und kleine Aktive packten in Zweierteams mit an, um den japanischen Staudenknöterich Einhalt zu gebieten. Als invasive Art lässt er sich im Stadtbild vielerorts beobachten und ist schon lange ein Problem, da er anderen Pflanzen mit seiner intensiven Verbreitung den Lebensraum streitig macht und mittlerweile an vielen Stellen im Stadtbild erkennbar ist. Dabei ist seine Bekämpfung äußerst schwierig. Viele fachliche Empfehlungen gehen in die Richtung, ihn möglichst frühzeitig auf prioritär zu schützenden Flächen auszustechen, solange er keine größeren Bestände gebildet hat (siehe dazu auch die aktuellen Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen. Weitere Berichte hier und hier.

Da die von uns sogenannte „Talwiese“ direkt neben unserer Modellfläche auf dem Terrassenfriedhof liegt, beobachteten wir das erste Aufkommen des Staudenknöterichs seit dem letzten Jahr. Zuvor hatte ein örtlicher Bauer die Wiese zwei Mal im Jahr gemäht und die Mahd verwertet. Der Idealzustand, dem wir mit unserem Modellprojekt noch hinterherlaufen, da unserer Mahd dort noch immer Abfall ist. Durch eine Erkrankung des Bauern wurde die Wiese dann nicht mehr bewirtschaftet und zeigt nun deutliche Anzeichen der ‚Verbrachung‘. Auch in ihrer Artenzusammenstellung ist sie verarmt. Dominant sind fast ausschließlich das Knäuelgras und der Glatthafer, beides Gräser, die eine für die artenreiche Entwicklung einer Wiese schädliche Mulchmahd noch am besten überstehen. Um diesen degenerativen Prozess mit der Ausbreitung des Staudenknöterichs nicht noch weiter kommen zu lassen und Erfahrungen mit seiner Bekämpfung zu sammeln, entschlossen sich die Aktiven in der AG Artenschutz kurzerhand zum Handeln. Mit Erlaubnis der Friedhofsverwaltung stachen wir alle auffindbaren „Nester“ mit den Spaten aus, an einer Stelle wurde versuchsweise gemäht. Das Schnittgut wurde sorgfältig gesammelt, da sich auch aus kleinen Teilstücken der Pflanze durch Rhizombildung neue Pflanzen entwickeln können. Zum Einsatz kam dabei erstmalig auch unser neuer Einachser nebst Anhänger, den Alfred Dübbert, unser Gärtnermeister in mühevoller Arbeit wieder flott gemacht hatte.

Wir werden die „Talwiese“ weiter beobachten und wieder „Hand anlegen“, wenn der japanische Staudenknöterich zurückschlägt. Mal schauen, wer dabei den längeren Atem hat. Einig waren sich alle Beteiligten, dass die mühevolle Arbeit bei den kleinen Beständen besser ist, als länger zu warten, um dann größere Bestände zu bekämpfen. In diesem Punkt treffen wir uns bestimmt mit Maßnahmen zum Klimawandel: Jetzt investiert wird es für zukünftige Generationen deutlich billiger bzw. überlebensfähiger. Hier vor Ort einen kleinen Beitrag geleistet zu haben, hat allen Beteiligten wieder Freude bereitet. Nebenbei haben Harald und Lucas noch fünf weitere Audiomoths - Geräte an verschiedenen Stellen aufhängen können, um Vögel und Fledermäuse mit dieser Technik ausfindig zu machen. Auch hier sind wir gespannt auf die Ergebnisse und können sie dann mit unseren über 50 Nistkästen auf dem Terrassenfriedhof abgleichen.

Der nächste Einsatz steht bevor: Wie am Aktionstag von einigen Aktiven parallel begonnen, wollen wir der Brombeere auf unserer Wiese in Altenessen zu Leibe rücken. Wer dabei sein möchte, meldet sich gerne bei martin-kaiser(at)bund-essen.de.

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