BUND-Kreisgruppe Essen

Modellprojekt Terrassenfriedhof

„Terrassenfriedhof – Mehr Leben auf dem Friedhof“

Luftbild der Projektfläche auf dem Terrassenfriedhof in Schönebeck (www.tim-online.nrw.de/tim-online2 // dl-de/zero-2-0)

Unser Projekt entstand im Herbst 2020. Innerhalb der AG Artenschutz gab es einen starken Impuls sich der Friedhofsfreiflächen im Essener Stadtgebiet anzunehmen, in Zusammenarbeit mit Grün & Gruga Essen als zuständige Verwaltungsstelle für die Unterhaltung unserer städtischen Friedhöfe. Wir wollen als zivilgesellschaftliche Gruppe mit eigenen Mitteln und Kräften auf einer funktional wenig genutzten Fläche (s. Bild) durch Neuansaat und Reduktion der Mahdfrequenz sowie dem Abtransport des Mahdguts modellhaft Rasen in artenreiche Wildblumenwiesen verwandeln. Wir setzen dies einerseits durch die Aussaat verschiedener Samenmischungen auf unterschiedlich vorbereiteten Teilflächen um, als auch nur in Form einer Pflegeumstellung. Wir halten insbesondere Friedhöfe als sog. „Hotspots der Biodiversität“ und geschütztem innerstädtischen Natur- und Kulturraum dafür besonders geeignet.

Wir haben dazu ein ausführliches KONZEPT mit weiteren Informationen zur Fläche für die Abstimmung mit Grün & Gruga erstellt.

Kooperation und Ziele

Zusammen mit Grün & Gruga Essen und weiteren Akteuren wollen wir die Machbarkeit des Konzepts unter Beweis stellen und zeigen, dass auch über Friedhofsfreiflächen hinaus die Umwandlung von Rasen in Stadtwiesen für die ökologische, umweltpädagogische und ästhetische Entwicklung machbar und sinnvoll ist.

Darüber hinaus wollen wir mit einfach umzusetzenden Strukturelementen (sog. Sandarien, „Insektenhotels“, Benjeshecken u. a.) Erfahrungen sammeln und sie serienreif etablieren.

Ergebnisse

Unsere Ergebnisse werden wir auf dieser Seite dokumentieren.

Die Ausgangslage hat Sabine, unsere Botanikerin, im Januar 2021 taxiert. Die Artenliste der Kräuter und Gräser und eine historische Einordnung unserer Flächen findet Sie hier (pdf). Eine Liste der vorhandene Gehölze finden Sie hier.
Die verschiedenen Saatgutmischungen der Firma Rieger-Hofmann unserer Teilflächen finden Sie als pdf hier, hier und hier. (Wer die Saatgutmischung in Kleinem, z. B. auf dem Balkon, ausprobieren will, klickt hier.)

Pressearbeit

Weiterführende Informationen (Neueste unten)

Interessante weiterführende Links* und PDFs** zum Thema:

  • Wie Kommunen naturnahe öffentliche Grünflächen anlegen und pflegen zeigt der Naturgarten e. V. in seinem wunderbaren Film: "Wie der Bläuling von Haar nach Aßling kommt". (13.14´) Themen, die auch wir für Essen bewegen wollen: Biotopverbund, Artenschutz, ökologische Pflege öffentlichen und privaten "Grüns", Bewusstsein schaffen, "Tiere pflanzen", zivilgesellschaftliches Engagement in Verbindung mit Stadtverwaltung und Stadtpolitik!
  • Kölner Wiesen – Blühendes Grün für Köln: Stadtwiesen statt Rasen**
    Eine wunderbare und inspirierende Zusammenfassung des Projekts des NABU-Köln mit der Stadt Köln
  • Der 2013 gegründete Verein „Biodivers“ aus der Schweiz bündelt hier* Wissen zur Naturschutzpraxis kompakt, aber dennoch detailliert und einfach zugänglich und war und ist für unsere Praxis eine Bereicherung.
  • Der Verein Naturfelder Issum e.V.* – Wir machen Blühwiesen! macht seinem Namen alle Ehre und verfolgt ein zivilgesellschaftlich kopierbares Konzept, das zur Zeit auch in Dortmund in einer eigenen Gruppe entsteht.
  • Die Broschüre „Gefährdete Wildbienen“** der BUND-Kreisgruppe Rotenburg schafft einen guten Überblick über Nisthilfen und Lebensräume und beschreibt detailliert auch Negativbeispiele.
  • Die deutsche Umwelthilfe zeigt in ihrer aktuellen Publikation „Hilfe für Wildbienen & Co“** und wirbt für eine Wildbienen-Patenschaft.
  • BUND-Broschüre (2019) "Insekten schützen leicht gemacht - Anleitung für Kommunen und Wildnisliebhaber"*
  • Die im Dezember 2020 gestartete Petition „Mehr Artenvielfalt im öffentlichen Grün“ wendet sich an unsere Städte und Kommunen und bietet zahlreiche Infos zum Thema. Machen Sie mit!*
  • Das Praxis-Handbuch für Bauhöfe* gibt eine sehr taugliche Übersicht für die Mitarbeitenden in Städten und Kommunen (und empfiehlt u. a. den Kontakt mit lokalen Umweltgruppen!)
  • Wir freuen uns sehr über die Aktivitäten der BUND-Kreisgruppe Bochum, die schon länger als wir mit Herzblut und hohem Sachverstand (von dem wir gerne profitieren möchten) Blumenwiesen in Bochum anlegen und z. T. mit der Sense pflegen. Eine ausführliche Beschreibung, was eine "richtige" Wiese (in ihrer historischen Bedeutung und der Neuanlage unter dem Aspekt der Artenvielfalt) ist, beschreiben sie sehr anschaulich hier:
    www.bund-bochum.de/themen-und-projekte/anlage-von-bunten-blumenwiesen-in-bochum/