Modellprojekt Terrassenfriedhof

Mehr Leben auf dem Friedhof

Luftbild der Projektfläche auf dem Terrassenfriedhof in Schönebeck (www.tim-online.nrw.de/tim-online2 // dl-de/zero-2-0; geändert)

Unser Projekt entstand im Herbst 2020. Innerhalb der AG Artenschutz gab es einen starken Impuls sich der Friedhofsfreiflächen im Essener Stadtgebiet anzunehmen, in Zusammenarbeit mit Grün & Gruga Essen als zuständige Verwaltungsstelle für die Unterhaltung unserer städtischen Friedhöfe. Wir wollen als zivilgesellschaftliche Gruppe mit eigenen Mitteln und Kräften auf einer funktional wenig genutzten Fläche (s. Bild) durch Neuansaat und Reduktion der Mahdfrequenz sowie dem Abtransport des Mahdguts modellhaft Rasen in artenreiche Wildblumenwiesen verwandeln. Wir setzen dies einerseits durch die Aussaat verschiedener Samenmischungen auf unterschiedlich vorbereiteten Teilflächen um, als auch nur in Form einer Pflegeumstellung. Wir halten insbesondere Friedhöfe als sog. „Hotspots der Biodiversität“ und geschütztem innerstädtischen Natur- und Kulturraum dafür besonders geeignet.

Wir haben dazu ein ausführliches KONZEPT mit weiteren Informationen zur Fläche für die Abstimmung mit Grün & Gruga erstellt. Im November 2021 haben wir ein aktuelles Pflegeflächen-Konzept erstellt.

Kooperation und Ziele

Zusammen mit Grün & Gruga Essen und weiteren Akteuren wollen wir die Machbarkeit des Konzepts unter Beweis stellen und zeigen, dass auch über Friedhofsfreiflächen hinaus die Umwandlung von Rasen in Stadtwiesen für die ökologische, umweltpädagogische und ästhetische Entwicklung machbar und sinnvoll ist.

Darüber hinaus wollen wir mit einfach umzusetzenden Strukturelementen (sog. Sandarien, „Insektenhotels“, Benjeshecken u. a.) Erfahrungen sammeln und sie serienreif etablieren.

Ergebnisse

Unsere Ergebnisse werden wir auf dieser Seite dokumentieren.

Die Ausgangslage hat Sabine Hurck, unsere Botanikerin, im Januar 2021 taxiert. Die Artenliste der Kräuter und Gräser und eine historische Einordnung unserer Flächen findet Sie hier (pdf). Eine Liste der vorhandene Gehölze finden Sie hier.
Die verschiedenen Saatgutmischungen der Firma Rieger-Hofmann unserer Teilflächen finden Sie als pdf hier, hier und hier. (Wer die Saatgutmischung in Kleinem, z. B. auf dem Balkon, ausprobieren will, klickt hier.)
Den Entwicklungsstands unserer verschiedener Modellflächen hat unsere Botanikerin Ende Mai 2022 erfasst. Sie können ihn hier in Schrift und Bild einsehen. Im Text "Blaues Wunder" beschreibt Sabine einen Juni-Morgen auf dem Terrassenfriedhof, an dem sie auch Linnés Pflanzenuhr auf unseren Blühflächen wiederentdeckt.


Nach intensiver Auseinandersetzung mit unseren Modellflächen möchten wir nachfolgend unsere Erkenntnisse und Zwischenergebnisse nach zwei Jahren unseres Engagements auf dem Terrassenfriedhof präsentieren:

Entwicklung der Wildwieseneinsaaten und der Blühfläche Stand Dezember 2022
Daraus abgeleitet haben wir unsere Empfehlungen für neue Wildwiesen-Ansaaten in Essen: Empfehlungen für neue Wildwiesen-Ansaaten in Essen.
Eine Kurzform lesen Sie hier.

Unsere Bemühungen um eine Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung in Essen führten in 2022 zu unserer Vereinbarung zur Zusammenarbeit mit Grün & Gruga (GGE). Den „Letter of Intent“ lesen Sie hier.

Hier dazu unsere eigene Meldung, die Meldung der Stadt Essen und der WAZ-Artikel.

Infolge der Ausgestaltung des Letter of Intent mit der Stadt haben wir mit GGE einen Arbeitskreis „Biodivers“ gegründet, der quartalsweise tagt. Ziel ist die Etablierung von mehr Artenvielfalt über die Friedhofsfreiflächen hinaus. Dem Kreis gehören als ständige Mitglieder an Martin Buchacker (Abteilungsleiter l Grünplanung / GGE), JFrau Ute Kerbusk (Projektentwicklung und Objektplanung / GGE), Sabine Hurck, Alfred Dübbert, Andreas Bolle und Martin Kaiser (BUND Essen) sowie Corinne Buch (Biologische Station westliches Ruhrgebiet  / BSWR)

Der seit 2022 tagende Arbeitskreis hat sich unter anderem mit der Entwicklung der durch die Stadt Essen angelegten Wildwieseneinsaaten auf Essener Friedhöfen befasst. Unsere Botanikerin Sabine Hurck hat mit Unterstützung der AG Artenschutz das Monitoring für fast 27.000 qm Wildwiesen übernommen. Eine Meldung dazu lesen Sie hier.

Presseartikel

Weiterführende Informationen